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Ein neuer Anfang


Am Beginn des automobilen Zeitalters nahm auch die Tyrolia mit ihrem Lieferwagen teil
Sofort nach der Kapitulation im Mai 1945 begannen führende Männer der Athesia die Verhandlungen mit dem "Allied Military Government", was zur Folge hatte, daß am 15. Mai 1945 wieder alle ehemaligen Athesia-Betriebe von dem zur Liquidation gezwungenen "Bozner Verlag" zurückübernommen werden konnten. Ohne weiteres wurde auch die Erlaubnis erteilt, die "Dolomiten" ab sofort als Tagblatt erscheinen zu lassen. So kam am 19. Mai 1945 die erste Nachkriegsnummer der "Dolomiten" heraus. Als verantwortlicher Direktor zeichnete Johann Tschurtschenthaler in Brixen, nachdem der frühere Direktor Rudolf Posch noch nicht aus dem Konzentrationslager zurückgekehrt war.

Das sogenannte "Tagblatt der Südtiroler" setzte sich massiv für die Wiedergutmachung des dem Tiroler Volk nach dem ersten Weltkrieg zugefügten Unrechtes ein. Kanonikus Gamper mußte aber die schmerzliche Erfahrung machen, daß Italien zwar den Faschismus abgestreift, die "Italienität" in Südtirol aber die Oberhand gewonnen hatte.

Im September 1945 konnte dann auch das "Katholische Sonntagsblatt" wieder erscheinen, im November folgte der "Volksbote" und im Jänner 1946 schließlich kamen die Zeitschriften "Schlern", "Jugendwacht" und "Die Frau" wieder auf den Markt.


Blick in den Maschinensaal in Bozen nach dem Ersten Weltkrieg
Abgesehen davon, daß die redaktionelle Arbeit aufgrund Mangels an Informationen im Lokalbereich als auch aus der großen Welt sehr schwierig zu bewältigen war, erschien die "Dolomiten" wieder, allerdings unter weiteren äußerst schwierigen Bedingungen. Ihre Herstellung erfolgte in der Druckerei zu Zinggen in Brixen, da der "Bozner Verlag" den gesamten Druckereibetrieb in der Bombenzeit 1944 aus Sicherheitsgründen von Bozen nach Brixen hatte verlegen lassen. Tatsächlich wurde die Druckerei Athesia in Bozen, damals das Haus Museumstraße 42, von den Bomben schwer heimgesucht, während in Zinggen der Betrieb nie die geringste Störung erfuhr.

Das Druckerei-, Verwaltungs- und Expeditionspersonal wurde vorerst vom "Bozner Verlag" soweit als nötig übernommen. Die Rotationsmaschine der Druckerei Athesia stand wohlgeborgen im Kloster Neustift, wohin sie bei der Übersiedlung von Bozen nach Brixen gebracht worden war. Satz und Matern (eine Art Papptafel, in die der Satz zum nachfolgenden Guß der Druckplatte abgeformt ist) für die "Dolomiten" wurden somit in Zinggen hergestellt, diese wurden dann täglich nach Neustift geliefert, wo Guß und Druck erfolgten. Versandt wurde die fertige Zeitung anschließend von der Druckerei in Zinggen. Infolge der schwierigen Verhältnisse der Nachkriegszeit stieß auch die Versendung der Zeitung auf schier unüberwindliche Hindernisse. Es verkehrten weder Bahn noch Postauto. So mußte ein Privatauto zur Zeitungsbeförderung gemietet werden. Bald jedoch hatte die Athesia auch ein eigenes Lieferauto, das aber nicht genügen konnte, um die Zeitung täglich in die verschiedenen Landesteile zu liefern. Privatautos waren damals rar, überdies war es die Zeit der großen Reifennot. So geschah es, daß auch vom Athesia-Auto die gesuchten Reifen gestohlen wurden. Daher mußten die "Dolomiten" immer wieder beim amerikanischen Hauptmann im Brixner Rathaus Zuflucht nehmen, der glücklicherweise bereitwillig Militärautos mitsamt der Fahrmannschaft gratis zur Verfügung stellte.

Die politische Situation vor 100 Jahren

Ein Verlag entsteht

Der erste Weltkrieg

Von Namensänderungen und Attentaten

Und dann kam Hitler

Die Handelsbetriebe als Säulen des Unternehmens

Die abenteuerliche Flucht von Kanonikus Gamper

Was Lebensmittel mit einem Memorandum zu tun haben

Ein neuer Anfang

Rehabilitation in allen Belangen

Die Druckerei am Weinbergweg entsteht ...

Und die Druckerei wächst und wächst ...

Auch Athesia-Tyrolia- Druck platzt aus allen Nähten



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