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Was Lebensmittel mit einem Memorandum zu tun habenEs begann ein nicht minder gefährlicher Abschnitt der Flucht. Der Wagen mit Josef Kopp, Oberst Haubold und Kanonikus Michael Gamper wurde dreimal von Heeresstreifen, den sogenannten "Kettenhunden" angehalten. So stelle man sich die Anspannung der drei Reisenden vor, entdeckt zu werden. Doch die vom Innsbrucker Offizier Franz Pellet ausgestellten, falschen Papiere hielten jeder Kontrolle stand. Pellet hatte den Marschbefehl nicht bis Florenz ausstellen können, doch die drei gelangten unbehelligt über den Po. In Guastalla bei Parma mußte der Wagen unausweichlich umkehren. Kanonikus Gamper war nun allein auf sich selbst gestellt. Unter ständiger Gefahr, aufgegriffen zu werden, machte er sich in einem fremden Land auf den Weg nach dem über 200 Kilometer entfernten Florenz, was für die damalige Zeit kein leichtes Stück war. Nichts ist von diesem letzten Abschnitt seiner Flucht bekannt. Am 1. November 1943 klopfte Gamper um 07.00 Uhr früh an das Haustor des Neustifter Hospizes "Poggio alla noce". Inzwischen waren Kopp und Haubold mit dem Wagen zurückgefahren. In der Nacht holten sie den in Bozen wartenden Pellet ab, der wegen einer eingetretenen Verspätung bereits an ein Scheitern der Aktion geglaubt hatte. Gemeinsam begaben sie sich zu ihrer Zentrale nach Igls, von wo sie ihren gewohnten Aufgaben nachgingen. Die Aktion der drei Österreicher wurde von der Gestapo nie entdeckt. Für Kanonikus Gamper hingegen begann in seinem Florentiner Exil eine harte Zeit der Entsagung. Das Hospiz des Klosters Neustift war für die sichere Unterbringung Gampers zu gefährlich. Aus diesem Grunde suchte Schwester Marianne nach einem geeigneten Versteck, das sie in einem Priesterheim in Florenz fand. Dort erhielt Gamper ein Zimmer. So siedelte Gamper etwa 14 Tage nach seiner Ankunft in Florenz in das Priesterheim um. Dort verfaßte er das Memorandum an die Alliierten. Manche Unterlagen hatte er bereits früher in weiser Voraussicht nach Florenz schaffen lassen. Bei der Beschaffung von weiterem Dokumentarmaterial half ihm eine ehemalige Schülerin, Maria Damian, die als deutsche Lehrerin von den Faschisten in die Nähe von Florenz versetzt worden war. Auch ein enger Mitarbeiter von Ettore Tolomei, Carlo Battisti, war bei der Beschaffung von Literatur - allerdings nicht freiwillig - behilflich. Schwester Marianne verstand es nämlich geschickt, den Professor mit Lebensmittelgeschenken für sich zu gewinnen. Auf diese Weise erhielt sie freien Zutritt zur Bibliothek der Universität Florenz und konnte dort alles für den Kanonikus Brauchbare ausleihen. Sogar die Tagebücher des Mussolini-Schwiegersohns Ciano gelangten durch Schwester Marianne in die Hände Gampers. Nach dem Abzug der Deutschen im Jahr 1944 kehrte Kanonikus Gamper aus seinem geheimen Versteck in das Hospiz der Neustifter Schwestern zurück, wo er den verfaßten Text des Memorandums einer Schreibkraft diktierte. Sein Ziel war, die Denkschrift den alliierten Mächten zu übergeben. Am 13. Februar 1945 reiste der Kanonikus nach Rom, wo die Schrift ins Englische und Französische übersetzt und vervielfältigt wurde. Mit Hilfe hoher Geistlicher gelang es, das Schriftstück in die Hände der Siegermächte zu spielen. Obwohl die nationalsozialistische Gefahr in Südtirol gebannt war, kehrte Gamper noch nicht in die Heimat zurück. Er lebte in Rom in der Hoffnung, durch Kontaktgespräche mit den Siegermächten eine Wiedereingliederung Südtirols in den österreichischen Staat erreichen zu können. Erst am 1. Oktober 1945 begann die lang ersehnte Heimkehr des Geflüchteten. |
Die politische Situation vor 100 Jahren Ein Verlag entsteht Der erste Weltkrieg Von Namensänderungen und Attentaten Und dann kam Hitler Die Handelsbetriebe als Säulen des Unternehmens Die abenteuerliche Flucht von Kanonikus Gamper Was Lebensmittel mit einem Memorandum zu tun haben Ein neuer Anfang Rehabilitation in allen Belangen Die Druckerei am Weinbergweg entsteht ... Und die Druckerei wächst und wächst ... Auch Athesia-Tyrolia- Druck platzt aus allen Nähten |
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