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Die Handelsbetriebe als Säulen des Unternehmens


Die Wiener Tyrolia-Buchhandlung im Jahre 1917

Die Athesia (Vogelweider) Buchhandlung unter den Bozner Lauben

Ein Blick in die Buchhandlung

Wie erging es eigentlich den Buch- und Papierhandlungen der Athesia während der Zeit des Krieges? Als - wie bereits in den vorhergehenden Kapiteln berichtet - in den zwanziger Jahren die Zeitungen unter starken faschistischen Druck gerieten, teilweise verboten wurden und nach Erscheinen immer wieder mit einem neuen Verbot rechnen mußten, erinnerte sich die Verlagsleitung wiederum an die Lage der Gründerzeit, in der die Handelsbetriebe den letzten Rückhalt für den Fortbestand des Unternehmens bildeten. Dementsprechend wurde der Ausbau der bestehenden und der Erwerb neuer Buchhandlungen ins Auge gefaßt. Der Ausbau des 1920 erworbenen Mumelterhauses unter den Bozner Lauben, in dem eine für jene Zeit aufsehenserregende Buch-, Kunst-, Musikalien-, Lehrmittel- und Papierhandlung eingerichtet wurde, machte sich nach Jahren durch steigende Umsätze bezahlt und erbrachte eine gute Rentabilität. 1934 wurde die Buchhandlung unter den Lauben durch einen Brand zerstört, konnte aber bereits 1935 wieder eröffnet werden. Der Vorstand entschloß sich aufgrund der unerwartet guten Aufwärtsentwicklung der Bozner Buch- und Papierhandlung für den weiteren Ausbau und zu Neuerwerbungen weiterer Buchhandlungen. Noch in den zwanziger Jahren wurde im Schiffereggerhaus die Filiale Bruneck eingerichtet und anfangs der dreißiger Jahre die Übernahme der alten, renommierten Jandlschen Buch- und Papierhandlung in Meran, die bereits seit 1881 bestand, beschlossen.

Im Gegenzug zu der extrem verfolgten deutschsprachigen Presse blieb der Vertrieb der deutschen Bücher verhältnismäßig ungeschoren. Ausnahmen bildeten einige kaum beachtete Verfügungen, wie z.B. die Vorschrift, daß das Verhältnis der ausgestellten Bücher in den Auslagen zwei Drittel zugunsten der italienischen Werke sein müsse.

Große Umwälzungen auch für die Athesia Buchhandlungen brachte die Optionszeit und die nationalsozialistische Besetzung der gesamten Verlagsanstalt Athesia. Schon der Ausgang der Entscheidung, ob Option oder nicht, brachte die Firma in eine sehr schwierige Lage. Ein Großteil der Belegschaft entschied sich für die Abwanderung ins nationalsozialistische Deutschland und damit gegen die feste Haltung der Firmenleitung, die sich offen in Wort und Schrift für das Verbleiben in der Heimat ausgesprochen hatte. Auch die Belegschaft der Buchhandlung in Bozen hatte sich zur Gänze für die Abwanderung entschieden. Nur der Leiter der Buchhandlung in Bozen konnte zum Weiterverbleib in der Firma gewonnen werden.

Nach dem Einmarsch deutscher Truppen im September 1943 war die Athesia eines der Hauptziele der neuen nationalsozialistischen Machthaber. Ein ehemaliger Abteilungsleiter der Buch- und Papierhandlung wurde zum kommissarischen Leiter der Athesia bestellt. Er spielte sich auch gleich als neuer Hausherr auf und im Übereifer wurden Kreuze und andere Zeichen religiöser Tradition heruntergerissen. Das Muttergottesfresko von Atzwanger an der Wand der Buchhandlung Athesia wurde übertüncht.

Den Abschluß dieses bitteren Kapitels stellte die Flucht von Kanonikus Michael Gamper dar, über die wir im nächsten Abschnitt berichten wollen.

Die politische Situation vor 100 Jahren

Ein Verlag entsteht

Der erste Weltkrieg

Von Namensänderungen und Attentaten

Und dann kam Hitler

Die Handelsbetriebe als Säulen des Unternehmens

Die abenteuerliche Flucht von Kanonikus Gamper

Was Lebensmittel mit einem Memorandum zu tun haben

Ein neuer Anfang

Rehabilitation in allen Belangen

Die Druckerei am Weinbergweg entsteht ...

Und die Druckerei wächst und wächst ...

Auch Athesia-Tyrolia- Druck platzt aus allen Nähten



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