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Von Namensänderungen und Attentaten


In der Nacht des 11.März 1938 wurden die Betriebe der Tyrolia nicht nur von SA-Leuten besetzt, sondern auch demonstrativ mit Emblemen des Nationalsozialismus behängt

Nach der zeitungslosen Zeit erschien die "Dolomiten"
Nach der Machtergreifung Benito Mussolinis im Oktober 1922 wurde an der systematischen Ausradierung aller deutschen Kulturgutes südlich des Brenners gearbeitet. Ettore Tolomei, allgemein als "Totengräber Südtirols" bezeichnet, forderte in seinen 32 Punkten der "Provvedimenti per l'Alto Adige" am 15. Juli 1923 im Bozner Stadttheater die Einstellung des "Tiroler". Bereits im August wurde der Namen Tirol in all seinen Variationen verboten. So wurde zunächst aus der Tyrolia die Verlagsanstalt Vogelweider. Daher stammt auch der Vogel als Firmenzeichen, das noch heute gilt. Nach dem Verbot aller deutsch klingenden Namen im Jahr 1936 schlug die Firma den Namen Athesia - abgeleitet vom lat. Namen der Etsch "Athesis" - vor, der endlich die Zustimmung der faschistischen Machthaber erhielt. Aus dem Zeitungstitel "Tiroler" wurden "Der Landsmann" und später die "Dolomiten".

Es begann die Knebelung der Presse in den verschiedensten Variationen. Zensurbestimmungen, Verwarnungen, Gerichtsverfahren waren an der Tagesordnung. Drei Redakteure wurden des Landes verwiesen, eine Repressalie, die sich 1961 gegen zwei Redakteure und zwei Verlagsangehörige wiederholte.


Alte Rotationsmaschine in der Druckerei in Bozen

Eine der alten Bleisetzmaschinen
Die Schikanen gipfelten im Erscheinungsverbot für die Tageszeitung. Nach der Unterdrückung der nichtfaschistischen Presse im Herbst 1926 war eine zeitungslose Zeit hereingebrochen. Kanonikus Michael Gamper, der inzwischen die Leitung von Verlag und Zeitungen übernommen hatte, konnte über gute Verbindungen im Vatikan einen Weg finden, um zu Weihnachten 1926 doch wieder eine Zeitung herauszubringen. Unter dem Deckmäntelchen eines ehemaligen Freizeitblattes brachte der Verlag drei mal wöchentlich seine Zeitung wieder heraus. Es war dies die Geburtsstunde des namens "Dolomiten". Auch der "Volksbote" erschien wieder als Wochenblatt.

Es schien nur selbstverständlich, daß die beiden Tyrolia- Blätter dann auch den Nationalsozialismus unerschrocken bekämpften. So sehr wurde die Haltung der Tyrolia- Presse gefürchtet, daß man am 28. Juni 1934 versuchte, durch einen Sprengstoffanschlag auf das Druckereigebäude der Tyrolia dieses und im besonderen die Rotationsmaschine zu zerstören, um die technische Herstellung der Zeitungen unmöglich zu machen. Nur durch das geistesgegenwärtige Handeln zweier Wachposten konnte größeres Unheil abgewendet werden.

Die politische Situation vor 100 Jahren

Ein Verlag entsteht

Der erste Weltkrieg

Von Namensänderungen und Attentaten

Und dann kam Hitler

Die Handelsbetriebe als Säulen des Unternehmens

Die abenteuerliche Flucht von Kanonikus Gamper

Was Lebensmittel mit einem Memorandum zu tun haben

Ein neuer Anfang

Rehabilitation in allen Belangen

Die Druckerei am Weinbergweg entsteht ...

Und die Druckerei wächst und wächst ...

Auch Athesia-Tyrolia- Druck platzt aus allen Nähten



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